Die dritte Etappe

Heute war Strecke machen angesagt. Die morgendliche Verweildauer (sowas ähnliches wie Körperpflege, Kaffee kochen, Frühstück und Aufgabenbesprechung) haben wir unter 2,5 Stunden gedrückt und sind dann los in Richtung Norden. Unsere heutige Tagesaufgabe beinhaltet den Tausch von Teammitgliedern an einem bestimmten Punkt. Da wir dem Hauptfeld doch sehr hinterher sind, befürchten wir, kein Tauschteam mehr zu finden. Aber wir lassen uns da nicht entmutigen.

Nebenbei spicken wir schon einmal bei den nächsten Tagesaufgaben und finden einen echten Klassiker. Die Surströming – Challenge. Man muss eine geöffnete Dose fermentierten Fisches 200km offen im Auto transportieren. Nun ja, kaufen kann man sie ja schon einmal. Als wir unseren Plan des Erwerbs umsetzen, werden wir von einem alten Schweden direkt auf unsere Rally angesprochen (er hat heute schon fast 20 Teams gesehen). Dann sagt er die magischen Worte beim Blick in unseren Einkaufswagen: „Do you know, what you are bying?“ Wir müssen lachen, erklären die Aufgabe und lassen uns direkt Tipps geben. Unter Wasser öffnen, oder vorher schon einmal Luftlöcher reinmachen und den sehr wertvollen Hinweis darauf, dass Flecken von dem Zeug auf Klamotten nie wieder aufhören zu stinken. Das werden wir beherzigen.

Wir müssen auch unweigerlich an unseren ersten Abend in Schweden denken. Bei der Suche nach einem Lagerplatz stoßen wir auf eine schwedische Familie, die mit dem Hund noch eine Runde dreht. Bei dem Anblick, wie wir uns gänzlich uneloquent aus dem Fahrzeug pellen, sprechen Sie uns an. Wir verstehen leider nichts und fragen, ob sie das auf englisch wiederholen können. Nach kurzer Bedenkzeit kommt der Satz „Moving your Ass?“ Wir können nicht anders als zu sagen „exactly!“. Besser kann man es nicht auf den Punkt bringen.

Zurück zu unserer heutigen Aufgabe. Strecke haben wir inzwischen geschafft. Wir haben wunderschöne Plätze gesehen und Natur zum Niederknien gefunden (eigentlich nur Geröll und Holz, aber eben erstaunlich ästhetisch arrangiert). Aber unseren Tauschpunkt haben wir nicht gefunden. Da uns ein wenig die Zeit im Nacken sitzt (heute soll es noch bis hinter Östersund gehen), entscheiden wir uns gegen all zu langes Warten und brechen alsbald wieder auf. Später erfahren, dass auch viele andere Teams nicht getauscht haben und lieber heute Strecke machen.

Inzwischen haben wir es geschafft, ein Nachtlager zu finden und dem Satz „geht eigentlich mit den Mücken“ folgt eine groß angelegte Offensive, die einer Invasion gleicht. Kein Absacker, sondern schnell ins Bett. Dunkel wird es inzwischen gar nicht mehr. Man schläft halt mit Zimmerbeleuchtung, wenn man so will.

Ein Gedanke zu „Die dritte Etappe“

  1. Lothar möchte Beweisfotos von:
    – Dem eloquenten Ausstieg aus dem Auto
    – Euch beiden in dem Zelt.
    Uns lässt die Frage nicht los, ob und wenn ja in welcher Richtung in das Zeltlein tatsächlich 2 Menschen reinpassen 🙂
    Ansonsten weiterhin viel Spaß! Wir freuen uns auf weitere Einträge!

    Liebe Grüße von der Bande hier.

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