Die Lofoten

Heute ist der fünfte Tag, den wir ausschließlich auf den Lofoten verbringen werden. Es fängt damit an, dass wir in der Stadt mit dem unwahrscheinlich langen Namen Å frühstücken. Auf einem Parkplatz lassen wir uns nieder und beobachten andere Touristen. Herrlich, dieses „Leute gucken“. Eine entspannendere Tätigkeit kann ich mir nicht vorstellen. Wir sitzen unweit eines riesigen Gestells voll Stockfisch. Man riecht es auch auf der ganzen Inselkette, aber wer vorher Surströming genossen hat, empfindet das hier als Deodorant.

Langsam trödeln wir die 125km zum heutigen Ziel ab. Immer wieder wechselt das Wetter, weil die Wolken je nach Höhe des Anfluges an den Bergen hängen bleiben oder eben nicht. Da wir die meiste Zeit auf der dem Atlantik abgewandten Seite verbringen, ist das heute wirklich auffällig. Was uns hier noch auffällt: wie halten sich die Bäume auf dem Gestein? An einigen Stellen ist wirklich nur Fels und trotzdem steht ein Baum drauf. Karsten tippt auf Klettverschlüsse, um die Touristen zu ärgern. Wir einigen uns darauf und dösen hier und dort noch am Strand mit dem Blick auf das Wasser. Da wir das abwechselnd machen, kann sich der eine für das Geschnarche des anderen jeweils bei den umliegend Anwesenden entschuldigen.

Unser Ziel ist heute die Midsommar-Party in Hov. Ein Campingplatz mit angrenzenden Golfplatz. Der Veranstalter hat extra eine kleine Bucht ausgesucht, in der man den Verlauf der Sonne knapp über dem Wasser hervorragend verfolgen könnte.

Soweit kommt es jedoch nicht, denn die Wetterlage lässt die Anwesenheit der Sonne nur für kürzeste Augenblicke erahnen und der Wind ist echt fies. 4Grad Celsius (ohne den Wind), die bisher kälteste Nacht. Trotz dreilagiger Bekleidung in den Dimensionen von „dick“ bis „kurz vor Flokati“ frieren wir. Der Wind hat es echt in sich.

Eigentlich sollen hier alle Teams zum ersten mal zusammenkommen und einen lustigen Abend verbringen, aber einige schreckt das Wetter und sie ziehen weiter.

Wir bleiben und wollen wenigstens die Dusche nutzen, wenn man schon mal auf einem echten Campingplatz steht. Danach werden wir noch ein bisschen grillen und den Abend im Schutze unserer fahrenden Schrankwand ausklingen lassen.

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